Er war wie ein Bulle, und so fiel es ihm nicht schwer, sich Platz zu verschaffen. Wächter und Killer drängten sich auf die Straße hinaus, wo sich ebenfalls eine Menschentraube gesammelt hatte, die wild durcheinanderschrie. Sie bahnten sich ihren Weg durch die erregten Gaffer, wobei sich ihnen der kleine, muskulöse Chinese anschloß, der draußen gewartet hatte. Er packte seinen jetzt nicht mehr mit dem weißen Umhang bekleideten Priester und zerrte ihn in eine schmale Gasse, wo er zwei Tücher unter seinem Umhang herauszog; das eine war weich und trocken, das andere in einer Plastikhülle verschweißt, und es war warm und feucht und parfümiert.

Der Mörder packte das nasse Tuch und rieb sich damit über das Gesicht, die Augenhöhlen und den Hals, drehte das Tuch um und rieb sich die Schläfen und den Haaransatz, bis seine weiße Haut sichtbar wurde. Danach trocknete er sich mit dem zweiten Tuch ab, glättete sein dunkles Haar und zog sich die Regimentskrawatte unter dem dunkelblauen Blazer zurecht. »Jau!« befahl er seinen beiden Begleitern. Sie rannten davon und verschwanden in der Menge.

Und dann trat ein gutgekleideter Weißer allein auf die Straße asiatischer Vergnügungen hinaus.

Der erregte Manager des Varietes beschimpfte inzwischen den Barkeeper, der die Jing cha gerufen hatte; die Strafe würde er ihm vom Lohn abziehen! Unerklärlicherweise hatte sich nämlich der ganze Aufruhr gelegt, und unter den Gästen machte sich Verblüffung breit. Etliche Kellner waren damit beschäftigt, die Gäste zu besänftigen, ihnen auf die Schulter zu klopfen und die Scherben wegzuräumen, während andere die Tische zurechtrückten, neue Stühle holten und Gratis-Whisky ausschenkten. Die Rock-Band konzentrierte sich auf die augenblicklichen Hits, und ebenso schnell, wie die Ordnung gestört worden war, wurde sie wiederhergestellt. Mit etwas Glück, dachte der Manager, würde er bei der Polizei mit seiner Erklärung durchkommen, daß ein übereifriger Barkeeper einen händelsüchtigen Betrunkenen zu ernst genommen hatte.



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