Der Killer betrachtete sein Werk. Zufrieden kniete er neben einer Blutlache nieder und zog den Zeigefinger durch die rote Flüssigkeit. Dann holte er ein Stück dunkles Tuch aus dem linken Ärmel und breitete es über sein Werk. Er stand auf und eilte hinaus, knöpfte den weißen Kaftan auf, während er durch den düsteren Korridor rannte; als er die Tür zu dem Variete erreicht hatte, war der Umhang offen. Er zog das Messer aus dem Tuch und schob es in eine Scheide am Gürtel. Dann machte er die Tür auf, das Tuch zusammenhaltend und darauf achtend, daß die Kapuze seinen Kopf bedeckte und die tödliche Waffe sicher an seiner Seite verwahrt war. Das Chaos drinnen toste noch so wie eben. Er hatte den Raum erst vor dreißig Sekunden verlassen, und sein Mann war gut geschult.

»Faai di!« Der Ruf kam von dem unrasierten Bauern aus Kanton; er war drei Meter entfernt und gerade damit beschäftigt, noch einen Tisch umzukippen und ein Streichholz anzureißen, das er auf den Boden fallen ließ. »Die Polizei wird gleich hier sein! Der Barkeeper hat gerade telefoniert - ich hab' ihn gesehen!«

Der Killer-Priester riß sich den Kaftan herunter und die Kapuze vom Kopf. In den wild kreisenden Lichtern sah sein Gesicht ebenso gespenstisch aus wie cks der Musiker auf der Bühne. Dickes Make-up betonte seine Augen; ihre Konturen waren in Weiß nachgezogen, wogegen sein Gesicht unnatürlich braun geschminkt war. »Geh vor mir!« befahl er dem Bauern. Er ließ seinen Umhang und die Uzi neben der Tür auf den Bbden fallen, holte ein Paar Gummihandschuhe aus der Tasche und steckte sie in seine Flanellhose.

Für ein Variete an der Goldenen Meile war es kein leichter Entschluß, die Polizei zu rufen. Die Strafen für schlechte Leitung waren hoch, und auf die Gefährdung von Touristen standen hohe Geldstrafen. Die Polizei reagierte deshalb schnell, wenn man sie rief. Der Killer rannte hinter dem Bauern aus Kanton her, der sich in die panikerfüllte Menschentraube am Eingang zwängte und schrie, daß er hinauswolle.



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