
Doch plötzlich war jeder Gedanke an Bußgeld und Polizei wie weggefegt, als sein Blick auf ein weißes Stoffbündel am Boden fiel - vor der Tür zu den hinteren Büros. Weißes Tuch - der Priester? Die Tür! Der Laoban! Die Konferenz. Kurzatmig, das Gesicht schweißüberströmt, rannte der fettleibige Manager zwischen den Tischen durch auf den weggeworfenen Kaftan zu. Er kniete nieder, die Augen geweitet, atemlos, und sah jetzt den dunklen Lauf einer fremdartigen Waffe aus dem weißen Tuch hervorragen. Und dann war ihm, als schlösse sich ein Würgegriff um seinen Hals, als er die winzigen Flecken und dünnen Streifen von glänzendem, noch nicht ganz getrocknetem Blut erkannte, die das Tuch besudelten.
»Go hai matyeh?« Ein zweiter Mann, der ebenfalls einen Smoking trug, stellte die Frage, nur das Fehlen des Kummerbunds verriet seinen niedrigeren Status - es war der Bruder des Managers und zugleich sein erster Assistent. »Verdammter Jesus der Christen!« fluchte er halblaut, während sein Bruder die seltsam aussehende Waffe und den fleckigen weißen Kaftan aufhob.
»Komm!« befahl der Manager, richtete sich auf und strebte der Tür zu.
»Die Polizei!« wandte der Bruder ein. »Einer von uns sollte mit ihnen reden, sie beruhigen, tun, was in unserer Macht steht.«
»Vielleicht können wir gar nichts tun - bloß unseren Kopf hinhalten! Schnell!«
Und dann fanden sie im schwachbeleuchteten Korridor den Beweis. Der tote Wächter lag in einer Blutlache, die Waffe in der verkrampften Hand, die kaum noch an seinem Handgelenk hing. Und im Konferenzraum war der Beweis dann endgültig: fünf blutige Leichen, verkrümmt, wie der Tod sie ereilt hatte, deren eine den Manager zusammenzucken ließ. Er näherte sich der Leiche mit dem von Kugeln zerschmetterten Schädel. Mit dem Taschentuch wischte er das Blut weg und starrte das Gesicht an.
