vergewaltigt. Vielleicht wurde ihm das Pflaster zu heiß -vielleicht aber auch nicht.«

»Was wollen Sie damit sagen?«

»Die meisten von uns haben die erste Hälfte der Geschichte geglaubt, aber die zweite nicht. Borowski würde niemals den falschen Mann umbringen, ganz besonders nicht so jemanden; solche Fehler machte er nicht. Und wenn er die Frau eines

Klienten vergewaltigt hat - was höchst zweifelhaft ist -, dann

hätte er das aus Haß getan oder um sich zu rächen. Aber dann hätte er den Mann gefesselt und gezwungen, dabei zuzusehen, und sie beide umgebracht. Nein, die meisten von uns hielten mehr von der ersten Version. Er ist nach Europa gegangen, wo es größere Fische zu fangen gab - und zu ermorden.«

»Diese Version sollten Sie auch glauben«, sagte Havilland und lehnte sich in seinem Sessel zurück.

»Wie bitte?«

»Der einzige Mann, den Jason Borowski je nach Vietnam in Asien getötet hat, war ein wütender V-Mann, der ihn umzulegen versuchte.«

Verblüfft starrte McAllister den Diplomaten an. »Das verstehe ich nicht.«

»Der Jason Borowski, den Sie gerade beschrieben haben, hat nie existiert. Er war ein Mythos.«

»Das kann nicht Ihr Ernst sein.«

»Ist es aber. Die Zeiten im Fernen Osten waren damals turbulent. Die Rauschgiftnetze, die vom Goldenen Dreieck aus operierten, führten einen chaotischen Krieg, der nie durchschaut wurde. Konsule, Vizekonsule, Polizei, Politiker, Gangsterbanden, Grenzpatrouillen - sie alle waren darin verwickelt. Geld, und zwar unvorstellbare Beträge, waren die Muttermilch der Korruption. Und jedesmal und überall, wenn es zu einem solch aufsehenerregenden Mord kam - ganz gleich, wie die Umstände waren und wem man die Schuld gab -, war Borowski zur Stelle und behauptete, er sei der Täter gewesen.«

»Er war der Täter«, beharrte McAllister etwas verwirrt. »Da waren doch die Zeichen - seine Zeichen. Jeder wußte es!«



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